Kalk – Bauen mit Naturbaustoffen, Branntkalk, Sumpfkalk, Luftkalk – der Kalkkreislauf

Kalksteinbruch

Kalk direkt aus dem Kalksteinbruch

Kalk ist ein reiner Naturbaustoff, der im Zusammenhang mit der Errichtung von Gebäuden aus Kalkstein (Calciumcarbonat/CaCO3) gewonnen wird. Kalkstein entsteht in einem Millionen Jahre andauernden Prozess unter anderem aus Schalen von Muscheln, Skeletten von Korallen und anderen Meereslebewesen sowie aus Kalkstein bildenden Kieselalgen.

Das Bauen von Wohnhäusern mit dem Naturmaterial Kalk wurde im Gegensatz zu vielen modernen, synthetischen Baustoffen nicht erst vor “Kurzem” erfunden.

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Bauen mit Kalk

Kalk – Kirchenbau aus dem Mittelalter

Bauen und Renovieren mit Kalk – Tradition & altes Wissen

Das Wissen um die Aufarbeitung von Kalkstein ist für den Einsatz in Kalkprodukten als Mörtel zum Mauern von Steinen, zum Verputzen von Decken- und Wandflächen und für Anstriche als >Kalkfarbe< seit Jahrtausenden bekannt und erprobt.

Schon im frühen Mittelalter wurde auch bei uns in Mitteleuropa neben Baustoffen aus Lehm Kalk als Baumaterial zum Bau von Burgen, Kirchen und Klöstern eingesetzt. Als Bindemittel ist Kalk vielfach durch Produkte der Bauchemie durch organische Stoffe wie Acrylharze und Epoxidharze ersetzt worden. Dank der positiven Eigenschaften gegenüber den Kunstharzen findet Kalk als Baustoff seinen Weg beim Hausbau zurück.

Kalk – Natursteine, unbegrenzter Rohstoff beim Herstellen

Kalkstein

Kalkstein vor dem Brennen

Kalk zum Bauen (Baukalk) ist ein Bindemittel, das aus Kalkstein, einer Verbindung aus Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff (Calciumcarbonat / CaCO3) durch Brennen gewonnen wird. Gebrochene Kalksteine, deren Ursprung in der Ablagerung von Überresten u.a. aus Muscheln, Schnecken und Korallen liegt, kommen in den Kalkofen und werden bei ca. 1.000 – 1.100°C gebrannt. Durch die Erhitzung entweicht dem Kalkstein das Kohlendioxid (CO2) und es entsteht Calciumoxid (CaO), das als Brandkalk bezeichnet wird. CaCO3 CaO + CO2

Branntkalk und Löschkalk

Kalkbrennen

Brennen von Kalkstein im traditionellen Brennofen

Der gebrannte Kalk, das Calciumoxid (CaO), ist nach dem Brennen ein leicht zerbrechliches, sehr helles Material, das unter Zugabe von Wasser (H2O) zu Löschkalk (Calciumhydroxid / Ca(OH)2) „gelöscht“ wird. Das Löschen und der Umgang mit Branntkalk erfordert Sachverstand, denn die Reaktion mit Wasser setzt enorme Hitze frei (exotherme Reaktion).

Gebrannter Kalk ist mit einem pH-Wert von 12 – 13 sehr alkalisch und von daher stark ätzend. Diese Eigenschaft wirkt hygienisierend. Aus dem Grund werden Baustoffe aus Kalk als Kalkputz, Kalkfarbe und als Bestandteil in >Kalziumsilikatplatten< bei der Sanierung von >Schimmel< im Wohnraum eingesetzt.

Ein direkter Kontakt mit der Haut und vor allem mit den Augen muss vermieden werden, weil er zur Erblindung führen kann. Im Fall, dass es zu direktem Augenkontakt mit gebranntem Kalk kommt, muss sofort mit Wasser ausgespült und der Krankenwangen gerufen werden!

Unterschied zwischen Sumpfkalk und „trocken Löschen“

Branntkalk

Gebrannter Kalk – Branntkalk, Calciumoxid (CaO)

Traditionell verfügte früher fast jeder Maler- und Verputzerbetrieb über >Sumpfkalk< aus der eigenen Kalkgrube. In dieser wurde der gelöschte Kalk mit Wasser bedeckt, frostfrei und unbegrenzt lange gelagert. Diese Lagerform nennt man Sumpfen und die Grube heißt folglich Sumpfkalkgrube.

Festere, ungelöschte und schwerere Bestandteile des gelöschten Kalks können sich in der Sumpfkalkgrube über die Zeit am Untergrund absetzen. Im oberen Teil der Sumpfkalkgrube verbleibt ein feiner und weißer Kalkbrei, der sich am besten zur Herstellung von >Kalkfarbe< eignet.

Üblicherweise wird heute der Branntkalk in Löschtrommeln nur mit Wasserdampf „trocken“ gelöscht und sofort in Papiertüten verpackt. Der Reinheitsgehalt vom trocken gelöschten Kalk entspricht nicht der Qualität von Sumpfkalk, weil das Absetzen von ungelöschten Kalkpartikeln und anderen Verschmutzungen wie bei der Herstellung in der Sumpfkalkgrube fehlt.

Besonders bei der Herstellung von Kalkfarbe und dem >Kalkstreichputz< macht sich die Qualität von Sumpfkalk als Ausgangsprodukt bemerkbar. Mit der Zeitdauer des Einsumpfens verbessert sich zudem die Eigenschaften von Kalk hinsichtlich der Plastizität, was bei der Herstellung vom >Kalkfeinputz< für innen und außen als Putz und Farbe in einem besonders wertvoll macht.

Luftkalk – Abbinden von Kalkputz und Mauermörtel

Beim Sumpfkalk oder beim „trocken“ gelöschten Kalk handelt es sich um Luftkalk. Zum Abbinden und Aushärten benötigt der Luftkalk Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O). Dieser Prozess wird Karbonatisierung genannt. Er verläuft von der äußeren Schicht nach innen und braucht seine Zeit.

Kalkputz

Verputzen mit Kalk

Die Geschwindigkeit des Abbindens ist abhängig vom CO2-Angebot und von der Feuchtigkeit aus dem Anmach- und dem ausgeschiedenen Hydratwasser. Ein Elektrostrahler, der im Innenbereich lediglich Wärme produziert, beschleunigt den Abbindeprozess beim Kalkputz nicht. Er führt eher zur Unterbrechung der Karbonatisierung und durch vorzeitiges Austrocknen zum Bauschaden.

Ein frischer Kalkputz braucht Zeit und darf nicht schnell trocknen

Aus dem Grund muss im Außenbereich eine mit Kalkputz frisch verputzte Fassade vor zu starker Sonnenstrahlung und zu starkem Wind durch Abhängen geschützt werden. Im Innenbereich sind Propangasstrahler besser geeignet. Sie liefern neben Wärme auch das benötigte Kohlendioxid.

Kalk – der Kreislauf ist geschlossen

Nach dem Brennen, Löschen und der Karbonatisierung schließt sich am Ende ein Kreislauf, in dem der Kalkputz wieder zu Calciumcarbonat (CaCO3), einem im Außenbereich witterungsbeständigem Kalkstein wird. Dieser Kreislauf wird auch als technischer Kalkkreislauf bezeichnet.

Wenn Sie Fragen zum Einsatz von Kalkputzen, Kalkfarbe und anderen Produkten aus Kalk für Ihr Bauvorhaben haben, so sind wir gerne Ihr Ansprechpartner. Sie erreichen uns im >Öko Bau-Zentrum<. Die Kontaktdaten finden Sie unter >Kontakt< .

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