Innendämmung mit Holzfaserplatten und Kalk- oder Lehmputz

Innendämmung-Holzfaserplatten

Innendämmung mit Holzfaserplatten

Die Innendämmung spielt vorwiegend in der Sanierung bestehender Gebäude eine Rolle. Sie kommt zum Tragen, wenn die Gebäudeansicht von unter Denkmalschutz stehenden Häusern nicht verändert werden darf oder wenn ein Haus nur teilweise renoviert wird.
Die Anforderung bei der Materialauswahl eines Innendämmstoffs ist größer als bei einer  Außenwanddämmung. Neben der wärmedämmenden Eigenschaft muss der Dämmstoff auch feuchtigkeitstechnisch punkten können. Holzfaserplatten weisen beide Eigenschaften aus.

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Holzfaserplatten – ökologischer und feuchtigkeitsregulierender Dämmstoff

Innendämmung Lehmputz

Innendämmung mit Lehmputz

Den natürlichen und nachwachsenden Rohstoff für die Herstellung von Holzfaserdämmplatten liefern Sägewerke. Vorwiegend handelt es sich dabei um Nadelholzreste, die zerfasert und mit dem holzeigenen Bindemittel Lignin in einem thermo-mechanischen Prozess zu Platten gepresst werden. Holzfaserplatten zur Innendämmung kommen ohne chemisch-synthetische Zugaben aus und sind von daher ökologisch sehr empfehlenswert.

In der kalten Jahreszeit fällt aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen beheizter Raumluft und kalter Außenluft – in den nach außen immer kälter werdenden Außenwänden – Tauwasser (Kondensat) an. Dieses Wasser muss vom Innendämmstoff schadlos aufgenommen und zu gegebener Zeit wieder freigegeben werden. Holzfaserplatten sind hygroskopisch. Die feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft resultiert aus der Zellstruktur der Holzfaser. Sie kann Feuchtigkeit aufnehmen, kapillar leiten und entsprechend auch wieder gut abgeben.

Innendämmung mit Holzfaserplatten – gesundes Wohnen ohne Schimmel

Holzfaserplatten Mineralkleber

Holzfaserplatten – HAGA Mineralkleber

Der Nennwert der Wärmeleitfähigkeit λD variiert bei Holzfaserdämmplatten zw. 0,038 und 0,045 W/m*K und sorgt somit für warme Wandoberflächen. Die Holzfaserplatten werden als Innendämmung an die bestehende Außenwand entweder mit HAGA Mineralkleber auf Kalkbasis oder mit Claytec Lehmkleber vollflächig geklebt.

Bevor die Platten jedoch geklebt werden, muss der Untergrund gerade sein. Hohlräume zwischen bestehender Außenwand und der Innendämmung aus Holzfaserplatten müssen vermieden werden, damit anfallendes Tauwasser innerhalb des Gefüges in alle Richtungen gut transportiert werden. Das schützt die Außenwände vor zu hoher Feuchtigkeit und trägt zur schnellen Austrocknung positiv bei.

Bei richtigem Einbau erreichen Sie trockene und warme Wandoberflächen, auf den Schimmelpilze keine Chance haben werden.

Holzfaserplatten – Putz mit oder ohne Anstrich

Holzfaserplatten Lehmputz

Holzfaserplatten – Lehmputz + Gewebe

Die Holzfaserplatten werden von innen unter Einlage eines Gewebes entweder mit einem Lehmputz oder Kalkputz verputzt. Für die fertige Wandoberfläche eigenen sich auf dem Lehmputz entweder eine Lehmfarbe oder ein farbiger Lehmputz s. unter >Yosima<.

Auf dem Kalkputz ist ein Anstrich mit Kalkfarbe auf Sumpfkalkbasis empfehlenswert. Die Lehmfarbe und auch die Kalkfarbe auf Sumpfkalkbasis können individuellen Wünschen entsprechend mit Pigmenten auch eingefärbt werden.

Richtige Dämmstärke und Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit
Innendämmung Holzfaserplatten

Innendämmung aus Holzfaserplatten mit Lehmputz verputzt

Die Dämmstärke einer Innendämmung aus Holzfaserplatten darf nicht zu hoch gewählt werden. Mit jedem Zentimeter Innendämmung steigt das Tauwasserproblem. Gut bewährt haben sich Holzfaserplatten in der Dämmstärke von 40 und 60mm. Sie kommen in der Regel gut ohne Dampfbremse aus. Sie sorgen für eine höhere Oberflächentemperatur, bei der anfallendes Tauwasser gut wieder verdunstet und die Behaglichkeit im Raum deutlich verbessert wird.

In Räumen mit konstant hoher Feuchte sollten Holzfaserdämmplatten nicht als Innendämmung verwendet werden. Ebenso ist vor dem Einbau der Holzfaserplatten darauf zu achten, dass aufsteigende Feuchtigkeit ausgeschlossen ist.

Fragen zur Innendämmung aus Holzfaserplatten

Wenn Sie Fragen zur Innendämmung mit Holzfaserplatten bei der Sanierung Ihres Hauses haben, dann sind wir gerne Ihr Ansprechpartner. Sie erreichen uns im Öko Bau-Zentrum. Die Kontaktdaten finden Sie hier unter: >Kontakt<

4 Antworten

  1. Mike sagt:

    Hallo,
    wir sind im Begriff ein 40 Jahre altes Haus in Holzständerbauweise zu erwerben. Von außen ist eine Zinkblechverkleidung, die völlig ok ist. Wir sind deshalb dabei über eine Innenraumdämung nachzudenken . Die Innenwände sind mit Holzverschalung oder Rigipsplatten sowie zum Teil mit Holzpaneelen verkleidet. Wir würden gern direkt darauf dämmen und diese Dämmung auch als Tapizier- bzw. Fliesenuntergrund nutzen. Wie können wir das realisieren? Welche Tipps haben sie da für uns?
    Mit freundlichen Grüßen
    Mike

    • Hallo Mike,
      vielen Dank für Ihre Nachricht bezüglich der Innendämmung im Holzständerhaus.

      Innendämmung:
      Als Innendämmung könnten Sie mit Holzfaserplatten dämmen, die mit Lehm- oder Kalkputz verputz werden.

      Grundsätzlich sollten Sie jedoch bedenken, dass der Aufbau nicht einfach als nächste Schicht von innen, ohne Überprüfung des inneren Zustandes der Außenwand erfolgen sollte.
      Der Dämmstandard eines vor 40 Jahren erbauten Gebäudes entspricht nicht den heutigen Anforderungen. Das Thema Luftdichtung war damals auch noch nicht bekannt.

      Eine insgesamt an vielen Stellen undichte Gebäudehülle, die schlecht gedämmt ist, erträgt Tauwasser in Folge von Luftströmung (Konvektion) besser, weil der Wassertransport von innen nach außen an vielen Stellen erfolgt, die alle “etwas” Feuchtigkeit abbekommen.
      Durch eine Dämmmaßnahme von innen, die im Anschluss verputz wird, entsteht in dem Bereich eine luftdichte Fläche.
      Wärmeverluste durch Konvektionsströme werden an die Anschlussbereiche der Innendämmung an Wände, Decke und Boden reduziert.
      Das kann zu höherem Tauwasserausfall in den Bereichen führen und damit Bauschäden durch Schimmel und Fäulnis hervorrufen.

      Holzschutzmittel:

      Bevor Sie das Haus erwerben, sollten Sie sich auch mit dem Thema Holzschutzmittel befassen.
      In den 60’er, 70’er und 80’er Jahren war der Anstrich von Holzteilen im Innenbereich mit einem chemischen Holzschutz üblich und für tragende Elemente gesetzlich verpflichtend.
      Nach 40 Jahren sind diese gesundheitsschädlichen Substanzen noch da. Sie bilden eine Gefahr, die sich in der Raumluft nachweisen lässt.
      Durch die luftdichte Scheibe der Innendämmung, den Einbau von neuen Fenster, die ebenfalls luftdicht montiert werden, verbleibt u.U. für Sie ein Risiko.

      Zu diesem Thema finden Sie im Internet einiges unter dem Stichwort “Fertighaussanierung”.
      Die Chemikalien Formaldehyd, Lindan, Pentachlorphenol (PCP) etc. bilden das Gefahrenpotential.
      Ein erster Indikator für eine solche Belastung kann der “Fertighausgeruch” sein, der als Chloranisol und Chlornaphtalin aus Umwandlungsprozessen der vorgenannten Chemikalien resultiert.

      Beste Grüße
      Daniel Döbel

  2. Jenny Schwarz sagt:

    Hallo,mein Vermieter ist gerade dabei die Außenwände von innen mit Weichfaserplatten 6 cm zu dämmen.Die Außenwäde sind Bruchsteinfachwerk.Leider wurde zuviel vom voherigen Lehputz mit abgeschlagen, was nun mit einer 1-3cm Lehmschicht ausgeglichen, wird worauf dann gleich im noch feuchtem Zustand die Weichfaserplatten gedübelt werden. Darauf soll dann noch eine putzschicht kommen. Es ist jetzt ende Oktober und es fängt an zu frieren. das fühlt sich für mich nicht gut an, habe Befürchtungen das die Weichfaserplatten aufquellen und schimmeln oder es einfach zu feucht in den Räumen zu wohnen wird.wie seht Ihr das?

    • Hallo Frau Schwarz,
      vielen Dank für Ihre Nachricht zum Thema Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten.
      Die Vorgehensweise ist üblich und richtig, auch wenn der Ausführungszeitpunkt im “trockenen” vielleicht Sommer günstiger wäre.
      Das können sich Handwerker jedoch nicht immer aussuchen 🙂
      Innendämmplatten aus Holzfaser sind diffusionsoffen und werden für diesen Einsatzbereich nach DIN hergestellt.
      Diese Art von Innendämmung ist tauwassertolerierend, weil sie sorptiv und kapillaraktiv ist.
      Feuchtigkeit innerhalb der Dämmung wird durch Kapillarität nach innen und außen wegtransportiert bzw. gespeichert.
      Ich weiß nicht genau, wo Sie zu Hause sind?
      Der Frost wird erst bei deutlichen und langanhaltenden Minusgraden ev. zum Problem.
      Ich gehe davon aus, dass Sie die Räume bis dahin heizen werden, damit zum Beispiel auch ein schöner >Holzfußboden< verlegt werden kann.
      Durch diese Energiezufuhr sollte das Gefüge aus gemauerter Außenwand, >Lehmputz< und Holzfaserplatten-Dämmung spätestens austrocknen.
      Bis die Heizung installiert wird, sollten die Räume gut gelüftet werden.
      Bei niedriger Luftfeuchtigkeit trocknet frisch gewaschene Wäsche auch im Herbst und Winter gut.
      Manchmal sogar besser wie beim schwül-warmen Wetter im Sommer 🙂
      Beste Grüße
      Daniel Döbel

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